Pos1


Endlich mal wieder ein Wintertreffen. Nachdem die letzte Saison schon komplett ausfiel und sich die diesjährige auch nicht besser anließ, war ich doch froh dass wir auf die Reise gehen konnten. Wir, das bin ich der kahlgryndige, Verena meine Freundin und die IZH Planeta, das neu aufgebaute Wintergespann.

Alles in allem ein recht mutiges Unterfangen denn, für Verena ist es das erste Wintertreffen überhaupt. Sie rüstete sich zwar perfekt aus, konnte aber nicht wissen was sie erwartet. Und dann die IZH, eine mir doch unbekannte Planeta aus Litauen mit von mir ungeöffnetem Motor. Praktisch direkt aus dem litauischen Alltag herausgerissen in den meinen.

Am Donnerstag fahre ich dann von Karlstein nach Mainz zu Verena. Wir wollen am Freitag früh, also sehr früh von dort aus starten. Diese ersten 80 km verlaufen ereignislos. Alles ist gut.

Freitag früh dann starten wir so gegen 6:00, fast eine Stunde später als geplant in der Tiefgarage den Motor der Planeta. Es geht auf Landstraßen durch den frühen Morgen. Von Mainz über Worms nach Mannheim, Heidelberg, den Neckar entlang über Heilbronn nach Schorndorf. Ab Mannheim regnet es. Es ist zwar nicht kalt aber diese unterschwellige Feuchtigkeit unterwandert alles. Verena friert und ich bin einfach nur nass. In Schorndorf treffen wir dann mit mittlerweile fast 2 Stunden Verspätung beim Wolfgang ein. Nach einem kurzen Plausch, einem warmen Tee geht es weiter.

Der Albaufstieg eine erste Herausforderung für die Planeta. Besetzt mit 2 Personen und bestückt mit viel Gepäck quält sich das kleine 2-Takt-Gespann redlich. Das weit übersetzte 4-Gang-Getriebe ist dabei keine wirkliche Unterstützung. Oben angekommen dann erstmals Schneefahrbahn. Schön ist das, so habe ich das bestellt. Leider erweist sich der Hinterradreifen, ein Mitas E03 Enduroreifen als nicht sonderlich tauglich. Wohl auch aufgrund des stolzen Alters. Aber egal, wir kommen voran. Im Allgäu dann nimmt der Schneefall zu und mausert sich kurz vor dem Ziel zu einem Ausgewachsenen Schneesturm. Von Oberreute geht es dann über den Pass nach Sulzberg. Immer wieder verliere ich den Grip auf dem Hinterrad, Verena wischt sich nicht einmal mehr das Visier sauber. Meines ist schon lange offen und die Brille fängt an zuzufrieren. Als auf der Passhöhe noch Nebel hinzu kommt fahre ich praktisch blind durch die Gegend ... Wolfgang, gesegnet mit einem Heizvisier hört mein verzweifeltes Hupen nicht.

Als wir dann auf die Zufahrt zum Treffen abbiegen ahne ich dass es hart werden wird. Bislang bin ich hier immer einfach nur hochgefahren. Ohne besondere Vorbereitungen. Schneekette? Wofür? Auch diesmal verzichte ich darauf. Allerdings eher aus Kraftlosigkeit. Wir sind mittlerweile schon fast 12 Stunden unterwegs. Schon nach wenigen Metern fahre ich mich das erste Mal fest. Verena steigt aus und schiebt. Wir bekommen die schwere Fuhre wieder in Gang doch dann auf dem Weg nach dem Bauernhof, also dann als es richtig hart wurde stecken wir immer wieder fest. Das Heck driftet immer wieder in Richtung des Abgrunds, was Verena allerdings nicht sehen kann. Zu dunkel, zu viel Schneefall, Nebel ... Glücklicherweise kommt uns ein Bergungstrupp entgegen und wir bekommen die Planeta wieder flott. Ich bekomme Grip unter das Hinterrad und fahre weiter. Kann leider nicht anhalten um Verena einzuladen ... Sind ja nur noch rund 300 Meter.

Am Treffenplatz angekommen dann große Hallo. War wirklich toll anzukommen und all die Freunde begrüßen zu dürfen. Ist es tatsächlich schon wieder 4 Jahre her dass ich das letzte Mal hier war? Es scheint als sei es gestern gewesen.
Verena schafft es auch, zu Fuß ... und nach einem Ankommensbier laden wir unser Gepäck in die Hütte und die Planeta darf sich ausruhen.

Der Morgen danach ...
Tapfere Planeta.
Darf sich ausruhen nach den Strapazen der Anreise.
Falk in seinem Nachtlager neben dem Materialzelt.
Meine EX ...
Dieser junge Mann macht sich bereit zur Ausfahrt.
Und los geht es.